Kundeninformationen/Pressemitteilungen

Nitrat – wir sorgen für Sicherheit beim Trinkwasser

In der Landwirtschaft und im Gartenbau werden Düngemittel verwendet, die unter anderem Stickstoff enthalten. Wird mehr gedüngt, als die Pflanzen während des Wachstums aufnehmen können, kann Stickstoff in Form von Nitrat mit dem Niederschlag ausgewaschen werden und ins Grundwasser gelangen.

Die Trinkwasserverordnung enthält für Nitrat einen Grenzwert von 50 mg/l. Aktuelle Messungen ergeben, dass unsere Werte im Trinkwasser deutlich darunter liegen. Trinkwasseranalysen können Sie hier einsehen.

In Dorsten fördern wir Grundwasser aus gut geschützten Grundwasservorkommen aus Tiefen von etwa 80 bis 100 Metern, das Nitratkonzentrationen von 0 bis 25 mg/l aufweist. Es besteht daher aktuell keine Gefährdung für das Trinkwasser durch Nitrat. Das oberflächennahe, junge Grundwasser im Münsterland ist jedoch in vielen Bereichen mit Nitratkonzentrationen bis über 200 mg/l belastet. Aktuelle Einträge in das Sickerwasser - das spätere Grundwasser - liegen immer noch bei circa 100 mg/l. Aktuell und auch in den kommenden Jahren besteht jedoch keine Gefährdung für das Trinkwasser durch Nitrat, weil RWW tiefere Bereiche des Grundwassers zur Trinkwassergewinnung nutzt. Da der durch Nitrat belastete Bereich jedoch schon bis zu 60 Meter in das Grundwasser hineinreicht, müssen wir die Situation weiterhin kritisch beobachten.

Wir arbeiten im Umfeld unserer Wassergewinnungsanlagen schon seit über 20 Jahren mit der Landwirtschaft und dem Gartenbau zusammen, um die Nitrateinträge zu reduzieren. Ziel ist der nachhaltige Schutz unserer Wasserressourcen und die Vermeidung einer technisch aufwendigen Aufbereitung des Grundwassers. Wir wollen auch in Zukunft der Bevölkerung möglichst naturbelassenes Trinkwasser zur Verfügung stellen. Landwirtschaft und Wasserwirtschaft arbeiten dazu seit 2010 im Kooperationskonzept 2020 zusammen. Im Rahmen dessen konnte eine Gruppe von Landwirten inzwischen aufzeigen, dass intensive Landwirtschaft, wie wir sie in der Region kennen, und Gewässerschutz durchaus vereinbar sind. Daher wünscht sich RWW im Interesse aller Kunden und im Interesse des vorbeugenden Gewässerschutzes die Fortsetzung und Intensivierung dieser Zusammenarbeit.

Es gilt zu verhindern, dass auch tiefere Bereiche des Grundwassers mit Nitratkonzentrationen von über 50 mg/l belastet werden. Wenn dies dauerhaft nicht gelingt, werden wir zur Gewährleistung einer einwandfreien Wasserqualität die Anlagen der Wassergewinnung und -aufbereitung zwangsläufig ertüchtigen müssen. Dies wiederum führt zu höheren Kosten für die Kunden.

Zu den Trinkwasseranalysen

WDR-Lokalzeit Münsterland: Macht Nitratbelastung das Wasser teurer? (12. Juni 2017) 

Pressemitteilung Umweltbundesamt: Zu viel Dünger: Trinkwasser könnte teurer werden (9. Juni 2017)
und Studie "Quantifizierung der landwirtschaftlich verursachten Kosten zur Sicherung der Trinkwasserbereitstellung"

bdew, Nitratverschmutzung: Ohne wirksame Gegenmaßnahmen drohen regional stark steigende Wasserpreise (19. Januar 2017)

Kontraste, Trinkwasser durch Überdüngung stark gefährdet (27. Oktober 2016)

Tagesschau.de, Nitratbelastung im Grundwasser gestiegen (16. September 2016)

Süddeutsche Zeitung.de, Trübe Brühe (15. September 2016)

Informationspapier des BMUB "Zahlen und Fakten zu aktuellen Problemen der Intensivhaltung in Deutschland"(Stand August 2016)

SRU-Gutachten "STICKSTOFF: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem" (Januar 2016)

23.02.2016