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Poröse Kupferleitungen

Unser Trinkwasser aus dem Wasserwerk Dorsten-Holsterhausen erfüllt in sämtlicher Hinsicht die gestellten Anforderungen aus der strengen Trinkwasserverordnung.

Die verfahrenstechnische Trinkwasseraufbereitung erfolgt naturnah durch physikalische Entsäuerung und Mehrschichtfiltration (Enteisenung des Wassers). Diese Verfahren werden seit Jahrzehnten am Standort angewendet. Das Trinkwasser weist seit Jahren eine stabile Qualität auf. Die entsprechenden Analysewerte, die von der RWW-Website jeweils abgerufen werden konnten, belegen dies. Die Schlussfolgerungen der Sanitär- und Heizungsfirmen, Trinkwasser als alleinige Ursache dieser Schäden auszumachen, sind nach unseren Erkenntnissen bisher von neutralen Gutachtern nicht bestätigt worden.

Frau Dr. Angelika Becker, Expertin und unabhängige Gutachterin beim IWW-Zentrum Wasser, bezieht Stellung zur Trinkwasserqualität in Verbindung mit Kupferrohren im Versorgungsbereich des Wasserwerkes Dorsten-Holsterhausen. [mehr]

In Urteilen zu Schadensersatzprozessen war man dagegen bisher stets zu dem Ergebnis gelangt, dass Unzulänglichkeiten bei Lagerung, Einbau und/oder Inbetriebnahme der Installation ursächlich waren. Diese Sichtweise wird auch in einem Artikel der WAZ Bottrop vom 23. September 2015 aufgegriffen. Das IWW und Vertreter der Versicherungswirtschaft bestätigen dies. Nachvollziehbar wird dies auch an einem Beispiel, in dem in einem Doppelhaus ein und dasselbe Trinkwasser auf die vollkommen identische Installation keinen schädlichen Einfluss ausübt, während in der anderen Hälfte Korrosion auftritt. Damit kann die Ursache nicht ausschließlich am Wasser liegen.

Ursache weiter unklar

Trotz intensiver Ursachensuche ist es bisher allerdings nicht gelungen, den Auslöser für die Kupferkorrosion zu finden. Die Fachwelt kennt eine ganze Reihe von möglichen Ursachen, verweist aber stets darauf, dass nie nur ein Grund allein ursächlich sein kann. Versicherungsexperten verweisen ihrerseits auf die multikausalen Zusammenhänge bei der Entstehung der Kupferkorrosion. In Fachbeiträgen spricht man hierbei davon, dass es sich bei der "Kupferkorrosion um eine Systemeigenschaft handelt" (Quelle: „Leitungswasserschäden, Problem ohne Ende“, Dr. Georg Scholzen, Schadenprisma, 3/2010). [mehr]

Das Deutsche Kupferinstitut spricht ebenfalls davon, dass die Korrosionsbeständigkeit keine Werkstoffeigenschaft, sondern eine Systemgröße ist. [mehr]

Auch handelt es sich nicht um ein auf Dorstener-Raum beschränktes Phänomen, sondern wie aus eigenen Recherchen und Expertengesprächen ermittelt, treten diese Fälle bundesweit auf, so im badischen Raum, im Sauer-Siegerland, am Niederrhein und im Weserbergland. Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) hat ebenfalls festgestellt: "Korrosionsfälle treten verstärkt in Trinkwasser-Installationen in Deutschland und Nachbarländern auf, die ungefähr ab dem Jahr 2005 installiert wurden". Laut einer Statistik in dem zuvor genannten Schadensprisma der Versicherungswirtschaft aus 3/2010 treten in Deutschland jährlich sogar mehr als eine Millionen Leitungswasserschäden auf.

RWW bringt sich aktiv ein

Wir tragen aktiv zur Aufklärung der Schadensfälle bei. Soweit die Prüfung die Schadensursache betrifft, ist dies originär Aufgabe der Betroffenen. RWW kann als Wasserversorger hierbei lediglich unterstützen. Bei an uns herangetragenen Fragestellungen, die außerhalb unseres Kompetenz- und Zuständigkeitsbereiches liegen und wir nicht selber klären können, suchen wir den Austausch mit externen Experten und Interessengruppen. So sind wir bisher auch bei der Frage der Kupferkorrosion vorgegangen. Unter anderem haben wir mit Hilfe einer Befragung von Wasserversorgern einen Erfahrungsaustausch eingeleitet und auch in Folge dessen ein Forschungsprojekt zu den Schadensursachen beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs e.V. angestoßen.

Weitere Informationen finden interessierte Leser unter:

IKZ.de, Artikel "Trotz weiterer Puzzleteile kein komplettes Bild"

Blog "Lebensraum Wasser"

24.09.2015