Wasserwerke Süd

Zu den Wasserwerken Süd gehören die vier Ruhrwasserwerke Mülheim-Styrum/Ost und -Styrum/West, Mülheim-Dohne, Essen-Kettwig sowie das Rheinwasserwerk Duisburg-Mündelheim.

Sämtliche Ruhrwasserwerke arbeiten nach dem bewährten Mülheimer Verfahren, das 1977 im Wasserwerk Mülheim-Dohne entwickelt und eingeführt wurde. Bei diesem Verfahren wird in einem chemisch-biologischen Prozess Ruhrwasser mit Hilfe von Ozon und biologisch wirksamen Aktivkohlefiltern - gekoppelt mit den herkömmlichen Stufen der Flockung, Sedimentation und Filtration - zu qualitativ hochwertigem Trinkwasser aufbereitet. Dieses Wasser wird anschließend über eine künstliche Grundwasseranreicherung einer Bodenpassage zugeführt, die hauptsächlich zur Zwischenspeicherung und zum Temperaturausgleich dient.

Wir betreiben unsere Ruhrwasserwerke in zwei Verfahrensvarianten (Grafik ansehen), die sich im Wesentlichen in der Anordnung der Bodenpassage und Aufbereitungsstufen unterscheiden. In der Variante 1 steht die Bodenpassage vor der Aufbereitung, bei der Ruhrwasser einer Langsamsandfiltration unterzogen wird. Die Variante 2 beginnt zunächst mit einer Vollaufbereitung unter Einbeziehung einer Flockungseinheit, bevor dann das aufbereitete Ruhrwasser einer abschließenden Bodenpassage unterzogen wird. Alle Wasserwerke werden ausschließlich durch die zentrale Leitwarte im Ruhrwasserwerk Mülheim-Styrum gesteuert.

Ruhrwasserwerk Mülheim-Styrum/Ost

Durch den Zusammenschluss des Oberhausener Wasserwerks von 1871 und des Wasserwerks Thyssen & Cie von 1893 wurde der Grundstein für das heutige Ruhrwasserwerk Styrum/Ost gelegt. Der Betrieb der Anlage liegt seit 1912 in unserer Verantwortung. Das Ruhrwasserwerk Styrum/Ost wird seit 1982 nach dem Mülheimer Verfahren in der Variante 1 betrieben. Anstelle der Sicherheitschlorung ist eine UV-Desinfektion installiert. Eine Chloranlage wird lediglich als Notchlorung vorgehalten. Vom Wasserwerk Styrum/Ost werden Teile der Ruhrgebietsstädte Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Bottrop mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser versorgt. Über das Verbundnetz mit den drei anderen Ruhrwasserwerken sowie der Rohwassergewinnung Duisburg-Mündelheim besteht die Möglichkeit, Trinkwasser in weitere Teile des Versorgungsgebietes zu fördern. Das Wasserwerk Styrum/Ost verfügt über zentrale Einrichtungen der RWW. So ist hier die zentrale Leitwarte untergebracht.

Von hier aus können alle Wasserwerke und wichtigen Anlagen im Rohrnetz gesteuert und überwacht werden. Neben den Wassergewinnungs-, Aufbereitungs- und Wasserförderungsanlagen sind auf dem Gelände des Wasserwerkes Styrum/Ost die Hauptwerkstätten wie Elektro-, Bau- und Metallwerkstatt, die Schreinerei sowie die Gärtnerei untergebracht. Ebenfalls Bestandteil des Wasserwerkes Styrum/Ost ist das Prüflabor.

Anfahrt zum Wasserwerk Styrum-/Ost mit Aquatorium als .pdf-Datei

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Ruhrwasserwerk Mülheim-Styrum/West

Das Ruhrwasserwerk Styrum/West besteht seit 1955 und wird seit der Modernisierung 1983 nach dem Mülheimer Verfahren in der Variante 2 betrieben. Anstelle der Sicherheitschlorung wurde 2014 eine UV-Desinfektion installiert. Eine Chloranlage wird hier lediglich als Notchlorung vorgehalten.

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Ruhrwasserwerk Mülheim-Dohne

Das Ruhrwasserwerk Mülheim-Dohne besteht seit 1875. RWW hat mit ihrer Gründung das Werk übernommen. Seit 1980 wird hier nach der Variante 2 des Mülheimer Verfahrens die Wasseraufbereitung betrieben. Vom Wasserwerk Mülheim-Dohne werden in unterschiedlichen Druckzonen weite Teile der Stadt Mülheim an der Ruhr mit Trinkwasser versorgt.

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Ruhrwasserwerk Essen-Kettwig

Der Betrieb des Wasserwerkes Essen-Kettwig vor der Brücke liegt seit 1944 in der Verantwortung der RWW. Das Ruhrwasserwerk Essen-Kettwig wird seit 1980 nach dem Mülheimer Verfahren in der Variante 2 betrieben. Zur Versickerung des fertig aufbereiteten Trinkwassers in den Untergrund werden in Essen-Kettwig, anders als in den anderen Ruhrwasserwerken, im großen Umfang Sickerschlitzgräben eingesetzt. Die installierten Sickerschlitzgräben ermöglichen eine gekapselte Trinkwassergewinnung, die eine Beeinträchtigung des fertigen Trinkwassers durch unkontrollierte Zuflüsse von außen verhindert.

Vom Ruhrwasserwerk Essen-Kettwig vor der Brücke wird das südliche Versorgungsgebiet der RWW mit Trinkwasser beliefert. Die Versorgung umfasst die Belieferung der Stadtwerke Velbert und Wülfrath inklusive einer Teilbelieferung der Stadtwerke Heiligenhaus und Ratingen. Die einzelnen Stadtwerke übernehmen die Weiterverteilung selbst. Über das Verbundnetz mit den drei anderen Ruhrwasserwerken besteht im Notfall die Möglichkeit, vorübergehend Trinkwasser in andere Teile des Versorgungsgebietes der RWW zu leiten.

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Rohwassergewinnung Duisburg-Mündelheim

Das Rheinwasserwerk Duisburg-Mündelheim wurde 1941 von RWW im Mündelheimer Rheinbogen errichtet. Es wurde für die Wasserversorgung der Schwerindustrie konzipiert. Das Werk fördert Rheinuferfiltrat sowie landseitig zuströmendes Grundwasser. Eine weitergehende Aufbereitung des gewonnenen Wassers wird nicht vorgenommen. Heutzutage wird das Wasserwerk als Rohwassergewinnung genutzt und ist mit den RWW-Ruhrwasserwerken vernetzt.

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