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PFAS - Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen

| Kundeninformationen

In Verbindung mit per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen - kurz PFAS - wird auch die Nachfrage zur Trinkwasserqualität gestellt. Perflourierte Verbindungen werden bei RWW bereits seit vielen Jahren regelmäßig in Roh- und Trinkwässern überwacht.

Die Richtlinie (EU) 2020/2184 des Europäischen Parlaments und des Rates hat erstmals die chemische Stoffgruppe der PFAS in die Qualitätsüberwachung des Trinkwassers aufgenommen. In Deutschland erfolgt die Umsetzung durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom 20. Juni 2023. Bei RWW erfolgten 2021 erste orientierende Untersuchungen auch auf den damals in der EU-Trinkwasserrichtlinie festgelegten und nun in der aktuellen Trinkwasserverordnung geforderten Umfang der PFAS-Stoffe. Die regelmäßigen Messungen an verschiedenen Probenahmestellen - auch in der Ruhr - zeigen eine nur sehr geringe Belastung des Flusswassers, das bei RWW, neben Grundwasser, auch zur Trinkwassergewinnung genutzt wird.

Neuerungen 2026 

Ab dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland die Pflicht zur Messung und Einhaltung des Parameters „Summe PFAS-20“ mit einem Grenzwert von 0,1 µg/L (100 ng/L). Zwei Jahre später, ab dem 12. Januar 2028, tritt zusätzlich der Grenzwert für die „Summe PFAS-4“ von 0,02 µg/L (20 ng/L) in Kraft. Dieser Parameter umfasst vier besonders relevante Substanzen: Perfluoroctansäure (PFOA), Perfluornonansäure (PFNA), Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS). Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) machen diese Stoffe rund 90 Prozent der Gesamt-Körperlast des Menschen aus und gelten daher als besonders bedenklich. Die Konzentrationen der einzelnen Stoffe müssen künftig separat ausgewiesen werden. 

Was sind PFAS und wo kommen sie her bzw. vor?

Die Stoffgruppe der PFAS umfasst ca. 10.000 verschiedene Verbindungen, die in mehr als 200 verschiedenen Prozessen eingesetzt werden. Dabei zeichnen sich die PFAS durch ihre bemerkenswerten Eigenschaften aus: Sie sind wasser-, fett und schmutzabweisend. PFAS sind nahezu träge und werden aufgrund ihrer schlechten Abbaubarkeit in der Umwelt auch Ewigkeitschemikalien genannten (sie sind gekommen, um zu bleiben). Eine Reihe dieser Stoffe werden bei der Herstellung als Bestandteil in verschiedensten Produkten des Alltags verwendet, wie zum Beispiel antihaftbeschichtetem Kochgeschirr, wasser- und schmutzabweisenden Textilien, Lebensmittelverpackungen, Imprägniersprays, Feuerlöschmitteln. Durch diese intensive Nutzung und ihre schlechte Abbaubarkeit gelangen sie in die Umwelt (Luft, Abwässer, Gewässer, Böden) und damit zwangsläufig auch in die Nahrungskette (Obst, Gemüse, Fische, Tiere, Menschen). Nahrung, insbesondere tierischer Herkunft, gilt derzeit als der Hauptaufnahmepfad von PFAS für den Menschen. Die Aufnahme von PFAS über die Nahrungsmittel überschreitet die Aufnahme durch Trinkwasser um ein Vielfaches.

Welche Alternativen gibt es zu PFAS-haltigen Produkten?

Kochgeschirr: Pfannen mit keramischen Beschichtungen statt PTFE.
Textilien: PFAS-freie Imprägnierungen auf Silikon- oder Wachsbasis.
Verpackungen: Papier oder Karton mit natürlichen Beschichtungen.
Kosmetikprodukte: Produkte ohne perfluorierte Inhaltsstoffe (häufig als „PFAS-free“ gekennzeichnet).

Martin Weyand (Hauptgeschäftsführer des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.) ist wichtig klarzustellen: „Trinkwasser ist sicher. Die Wasserversorger werden immer gewährleisten, dass die gesetzlichen Trinkwassergrenzwerte eingehalten werden. Diese Grenzwerte sind so gewählt, dass bei Einhaltung das Trinkwasser lebenslang ohne Gefährdung für die Gesundheit getrunken werden kann.“

Links auf externe Websites 

Pressemitteilung des BDEW vom 4.11.2025: Hauptaufnahmepfad sind Nahrungsmittel – um ein Vielfaches höhere Konzentrationen als im Trinkwasser

RWW und PFAS auf YouTube ansehen

PFAS im Trinkwasser, Fragen an Dr. Anja Höhne vom BDEW

Empfehlung des Umweltbundesamtes: Sachstand und Aspekte zur Bewertung

Hintergrundinfos vom BDEW: Suche

NUR für Kund*innen im westlichen Ruhrgebiet und angrenzenden Münsterland:

Die Untersuchungen zeigen: Alle bisher ermittelten Werte für die Summe PFAS-4 und PFAS-20 liegen deutlich unter den in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerten. 

Grafik PFAS Summe 4 I Grafik PFAS Summe 20

Wie RWW-Werke mit PFAS umgehen auf YouTube ansehen

In unseren Wasserwerken an der Ruhr setzen wir verschiedene Prozessschritte zur Aufbereitung des Ruhrwassers zum fertigen Trinkwasser ein. Einer dieser Aufbereitungsschritte zur effektiven Entfernung organischer Spurenstoffe, zu denen auch die Stoffgruppe der PFAS gehören, ist der Einsatz von Aktivkohle. Durch die kontinuierliche und permanent betriebene Aktivkohlefiltration wird sichergestellt, dass ein Großteil der organischen Spurenstoffe wirkungsvoll zurückgehalten werden und im Trinkwasser nicht mehr nachweisbar sind.