Was passiert mit der Wasserversorgung bei einem Stromausfall?
Ein großflächiger und meist unerwarteter Stromausfall, der weite Gebiete betreffen und mehrere Stunden oder sogar Tage andauern kann, wird auch als Blackout bezeichnet. Im Gegensatz zu kleineren, lokalen Stromausfällen handelt es sich bei einem Blackout um eine Störung im Stromnetz, die oft durch eine Kettenreaktion oder einen Zusammenbruch des gesamten Stromversorgungssystems verursacht wird. Ursachen können beispielsweise eine Überlastung des Stromnetzes, technische Defekte, Naturkatastrophen oder Cyberangriffe sein. Bei einem großflächigen, regionalen Stromausfall wird die Wasserversorgung zu einer kritischen Herausforderung, da viele der dafür notwendigen Anlagen auf eine konstante Stromversorgung angewiesen sind. Ohne Strom können Pumpen, Aufbereitungs- und Förderanlagen sowie andere wichtige Infrastrukturen nicht funktionieren und es kommt kein Trinkwasser aus den Leitungen.
Doch was planen wir, um die Wasserversorgung in so einem Fall sicherzustellen? Da unsere Wasserwerke direkt an der Ruhr liegen, steht uns die Wasserkraft zur Stromerzeugung zur Verfügung. Der Strom kann direkt über unser Kraftwerk Kahlenberg und – Dank der Betriebe der Stadt Mülheim – auch durch das Kraftwerk Raffelberg zur Verfügung gestellt werden. Damit sind wir in der Lage, bei Stromausfall einen Inselbetrieb, also den Betrieb eines eigenen Stromnetzes, unabhängig vom öffentlichen Stromnetz zu erschaffen und im Notfall einen Großteil der Wasserversorgung aufrecht zu halten. Von diesen Werken aus werden die Gebiete Mülheim, Bottrop sowie Teile von Oberhausen und Ratingen versorgt.
Zur Stabilisierung des Inselnetzes betreiben wir im Wasserwerk zwei Netzersatzanlagen (Notstromversorgung) mit großer Leistung. Eine weitere Netzersatzanlage ist bereits vorhanden und die Vorbereitungen zur Einbindung in die Wasserwerkstechnik laufen.
Die Feuerwehr Mülheim an der Ruhr hat diese Netzersatzanlagen zur Sicherstellung der Wasserförderung in Zivil- und Katastrophenschutzfällen aus einem öffentlichen Fördertopf angeschafft, mit dem Ziel, die Fördertechnik der Wasserversorgung in Teilbereichen in Betrieb zu halten.
Wir fahren bereits Testläufe, um uns auf den Ernstfall vorzubereiten.
In unseren Wasserwerken in Dorsten-Holsterhausen und Reken-Melchenberg sichern wir die Wasserversorgung im Falle eines Stromausfalls ebenfalls mit Netzersatzanlagen.