Gefahren und ihre Quellen

"Grundwasser kann durch physikalische, chemische, biologische und mikrobiologische Beeinträchtigungen nachteilig in seiner Beschaffenheit verändert werden." (Zitat DVGW Arbeitsblatt W101, Juni 2006)

Um das Grundwasser vor Gefährdungen zu schützen, werden in einer Schutzgebietsverordnung Regelungen zu Ver- und Geboten als auch Nutzungsbeschränkungen festgesetzt. Für die Auflagen, die in einer Schutzgebietsverordnung festgesetzt sind, ist ein Ermessungsspielraum gegeben. Dieser richtet sich nach der natürlichen Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung und den schon vorhandenen Nutzungen. Daher ist in der Regel für jedes Vorhaben einzeln zu prüfen, ob es eine Gefährdung für das Grundwasser darstellt. Im Folgenden sind einige Handlungen aufgelistet, die Nutzungsauflagen bzw. Verboten unterliegen.

Industrie und Gewerbe

  • Betriebe, in denen mit Wasser gefährdenden Stoffen umgegangen wird (Tankstellen, chemische Fabriken)
  • Rohrleitungen zum Transport Wasser gefährdender Stoffe (Abwasser, chem. Erzeugnisse)

Abwasserbeseitigung und Abwasseranlagen

  • Bau und Betrieb von Abwasserbauwerken (Kläranlagen, Abwasserkanäle)
  • Versickern von Abwässern (Schmutzwasser, Niederschlagswasser)

Siedlung und Verkehr

  • Neu- und Ausbau von Straßen und Brücken mit Eingriffen in den Untergrund
  • Baustelleneinrichtungen (Baustofflager, Wohnunterkünfte)
  • Neu- und Ausbau von Gleisanlagen und Straßen (Ausnahme: Feld- und Waldwege, sofern keine Recycling-Materialien zum Einsatz kommen)
  • Transport Wasser gefährdender Stoffe
  • Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (Verkehrssicherungspflicht und Gewässerschutz müssen hier aufeinander abgestimmt werden)

Abfallentsorgung

  • Bau und Betrieb von Anlagen zur Behandlung und Ablagerung von Abfällen (Deponien, Recycling-Anlagen)

Eingriffe in den Untergrund

  • Bohrungen (wie zum Beispiel für geothermische Anlagen) für Brunnen zur Eigenwasserversorgung müssen bei der Unteren Wasserbehörde der jeweiligen Städten und Gemeinden angezeigt werden, Brunnen zur gewerblichen Nutzung müssen genehmigt werden
  • Gewinnen von Rohstoffen und sonstige Abgrabungen (Bergbau)

Landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und gärtnerische Nutzungen

  • Beweidung, Düngung
  • Kahlschlag, Waldrodung, Grünlandumbruch (Pflügen von Wiesen, Weiden und anderen Grünlandflächen)
  • Anwendung von Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln
  • Düngen mit Wirtschaftsdüngern und Sekundärrohstoffdüngern (organische Dünger wie zum Beispiel Biokomposte, Klärschlamm, Gülle und vergleichbare Stoffe)
  • Errichten und Betrieb von Anlagen zum Lagern und Abfüllen von Jauche, Gülle und Silage (unter anaeroben Bedingungen durch Milchsäuregärung aus Futterpflanzen haltbar gemachtes Nutztierfutter)
  • Anlage und Betrieb von Baumschulen etc.

Sonstige Nutzungen

  • Großveranstaltungen
  • Errichten und Betrieb von Fischteichen
  • Errichten und Betrieb von Sport- und Freizeitanlagen (Schwimmbäder, Campingplätze etc.)
  • Errichten und Betrieb von Friedhöfen
  • Errichten und Betrieb von Kleingartenanlagen

Quelle: DVGW Arbeitsblatt W101 (Juni 2006)